WLAN Konfiguration unter Linux ohne Desktop

Für die vorhin beschriebene Testumgebung zum Projekt ‚Internetradio‘ musste ich mir in meinem System die automatische WLAN Verbindung konfigurieren. Nach ein wenig Recherche im Internet habe ich mir alle nötigen Informationen zusammen getragen und möchte hier nun eine kurze Beschreibung abliefern. Vielleicht ist es für den einen oder anderen auch nützlich.

Meine Beschreibung bezieht sich auf Debian squeeze, die aktuelle stable Version. Zu Beginn muss das Paket ‚wpasupplicant‚ installiert sein. Ebenso der WLAN Treiber für den EeePC901. Der befindet sich im Paket ‚firmware-ralink‚ und wird über apt-get gleich richtig installiert. Alles nachfolgende muss mit Root-Rechten ausgeführt werden.

Die Netzwerkdevices werden bei Linux während des Bootvorgangs aktiviert. Dabei wird die Datei /etc/network/interfaces abgearbeitet. Dort steht mit welchen Eigenschaften welches Device zu starten ist. In unserem Fall ist das WLAN fest verbaut. Wir machen also folgenden Eintrag in der Textdatei:

auto wlan0

In der nächsten Zeile wird das Device wlan0 noch konfiguriert. Also auto wlan0 startet das eingebaute WLAN und in der Konfigurationszeile wird festgelegt was das Device machen soll:

iface wlan0 inet dhcp

Hier steht also das Interface wlan0 soll eine Verbindung ins Internet aufbauen und sich dort über den DHCP Server (der ist üblicherweise im Router aktiviert) eine IP Adresse und die Adresse des DNS geben lassen.

Logischerweise muss das Interface wlan0 auch wissen welches WLAN gemeint ist. Das müssen wir ihm auch noch sagen. Mit folgender Zeile:

wpa-ssid NETZWERKNAME

Netzwerke die über WLAN verfügen sind (in der Regel) mit einem Passwort abgesichert. Die sog. Passphrase müssen wir zur automatischen Anmeldung auch noch angeben. Um auf Nummer Sicher zu gehen können wir das Passwort für unser WLAN hier noch verschlüsselt ablegen. Mit dem Befehl ‚wpa_passphrase‘ geht das automatisch. Das System generiert uns einen verschlüsselten String den wir an Stelle unseres Passworts in unsere Datei ‚Interfaces‘ eintragen. Das System weiss dann später, dass es statt dieses Strings eben unser Passwort senden muss. Damit ist auch unser Passwort versteckt. Hierzu geben wir ein:

wpa_passphrase NETZWERKNAME

Klar müssen wir ‚wpa_passphrase‘ sagen in welches WLAN wir rein wollen. Hier ist genaue Schreibweise zu beachten. Sonst klappts nicht. Also auch auf Groß-/Kleinschreibung achten!!

Auf der Konsole ist dann zu lesen:

# reading passphrase from stdin

Hier ist das Passwort für den WLAN-Zugang einzugeben. Das Programm gibt dann folgendes zurück:

network={
ssid=“NETZWERKNAME“
#psk=“NETZWERKPASSWORT“
psk=GENERIERTER STRING}

Man bekommt den Netzwerknamen und das eingegebene Netzwerkpasswort angezeigt. Am Ende kommt ein sehr langer String. Dieser String ist dann das Passwort, welches wir in unserer Datei ‚interfaces‘ eingeben müssen.

Unsere /etc/network/interfaces bekommt also folgenden Eintrag. Hier nochmal komplett gezeigt:

auto wlan0
iface wlan0 inet dhcp
wpa-ssid   NETZWERKNAME
wpa-psk    GENERIERTER STRING

Um die Datei /etc/network/interfaces nur mit Rootrechten lesen bzw. ändern zu dürfen stellen wir hier noch die Rechte ein. Natürlich geht das auch nur als Root.

chmod 0600 /etc/network/interfaces

Beim nächsten Booten des Systems müsste sich der Rechner automatisch ins WLAN einhängen. Sollte auf dem System eine grafische Desktopumgebung vorhanden sein, darf das WLAN dort nicht noch einmal eingerichtet werden. Ich denke eh, dass es im Desktop wesentlich komfortabler ist als in der Konsole. Aber es gibt eben Anwendungen die auf einen Desktop verzichten und dann geht man eben diesen Weg.

cu …
Thomas

 

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