Negative ohne speziellen Scanner scannen – Naja …

Als ich letzte Woche mit der Agfa Box 50 unterwegs war um diese zu testen, wollte ich natürlich die Ergebnisse sehen um beurteilen zu können ob die Agfa Box 50 in Ordnung ist.

Wenn ich den verwendeten Rollfilm einem Dienstleister zur Entwicklung überlasse, bekomme ich die Negative auch gleich gescannt und als CD oder Download zur Verfügung gestellt. Dienstleister wie MeinFilmlab bieten hier verschiedene Scanauflösungen an und leisten hervorragende Arbeit, die berechtigterweise auch ihren Preis hat.
Für mich als Selbstentwickler geht der Weg nach der Negativentwicklung entweder über die Anfertigung von Handabzügen in der Dunkelkammer oder über das Scannen der Negative mit einem Scanner mit Durchlichteinheit oder einem speziellen Negaitvscanner. Da ich aber weder das Eine noch das Andere zur Verfügung habe muss ich mir einen anderen Weg überlegen um an gescannte Negative zu kommen.

Das Prinzip der Flachbettscanner ist denkbar einfach. Das Negativ wird auf die Scanfläche gelegt und der Deckel geschlossen. Im Deckel befindet sich eine Beleuchtung die das Negativ von oben durchleuchtet. Der Scanner scannt dann das Negativ gegen die Beleuchtung ein und so erhält man ein elektronisches Abbild vom Negativ welches in einer Software weiterverarbeitet werden kann.

Meine Überlegung war es dann, dass ich die in meinem Scannerdeckel fehlende Beleuchtung ersetzen müsste um das gleiche Ergebnis zu erhalten. Klingt eigentlich ganz einfach, liefert aber nicht die gewünschten Ergebnisse. Dazu später mehr.

Was ich brauche ist eine Lichtquelle. Da liegt es nahe, einfach das Handy mit einer weißen Fläche auf dem Display auf den Scanner zu legen. Das Negativ dann zwischen Scanner und Handy. Damit übernimmt das Handy die Funktion der Druchlichteinheit vom Scanner. Um das zu realisieren gibt es sogar eine App. Ich habe mir LighBox installiert. Diese App macht genau das was ich brauche.

 

Für den Scanner sieht es dann so aus wie auf dem obigen Bild gezeigt. Man kann sehr gut den Negativausschnitt erkennen. Das so gescannte Bild wird dann entsprechend dem Negativrand mit der Bildbearbeitung ausgeschnitten. Den erhaltenen Zuschnitt kann man dann in der Bildbearbeitung invertieren und schon sieht man das ins positive gekehrte Bild.

Ob die Qualität für eine weitere Verarbeitung ausreicht? Seht selbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FAZIT:

Es ist leicht zu erkennen, dass dies nur eine sehr schlechte Kompromisslösung ist. Natürlich kann ich mit diesen Ergebnissen nicht zufrieden sein und eine weitere Verarbeitung ist damit auch nicht möglich. Es reicht aber zumindest dafür aus, einen ersten Blick auf die Bilder zu werfen um zu sehen ob die Entwicklung so funktioniert hat wie ich es mir vorgestellt habe. Aber gerade bei Mittelformat, wegen der Negativgröße, bietet es sich an hiervon Kontaktabzüge auf Papier zu machen. Hier bleibt für mich im Moment nur die Negative vom Dienstleister scannen zu lassen und weiter auf einen neuen Scanner zu sparen. Sponsoren dürfen sich gern an mich wenden 🙂

kwerbox – Die Überraschungsbox von kwerfeldein

Zu Beginn des neuen Beitrags möchte ich euch das Blog kwerfeldein sehr ans Herz legen. Bei kwerfeldein wird das Thema Fotografie von allen Seiten beleuchtet. Es gibt viele in Genres und Formate unterteilte Beiträge von einem festen Redaktionsteam und viele Beiträge von Gastautoren. Neben der Vorstellung von Fotografen, Testberichte von Technik, Ideen um aus kreative Täler zu kommen gibt es noch so vielfältige fotografische Themen die den Rahmen hier sprengen würden. Besucht einfach kwerfeldein und verliert euch in der Fülle der tollen Artikel. kwerfeldein ist inzwischen eine meiner meistbesuchten Seiten im Internet.

Von kwerfeldein wurde vor einigen Monaten die erste Überraschungsbox aufgelegt. D.h. ihr kauft für einen festen Betrag eine Box von der ihr nicht wisst was drin ist. kwerfeldein gibt sich große Mühe dafür tolle Produkte von Sponsoren zu finden die das Herz des an Fotografie interessierten höher schlagen lassen. Leider war ich bei der ersten Box zu spät dran und konnte keine mehr bekommen. Darum hatte ich gleich bei der zweiten Box zugeschlagen. Nach etwas Wartezeit kam dann in den letzten Tagen die kwerbox #2 zu mir. Und hier möchte ich euch zeigen was in meiner Box alles drin war. Es reicht von für mich absolut unsinnigem über sehr praktisches zu einem absoluten Highlight. In der Reihenfolge wie ich euch hier die einzelnen Teile vorstelle ist auch für mich der persönliche Wert. Also lest geduldig weiter oder springt gleich ans Ende dieses Artikels. Denn dort wartet ein wirkliches Highlight auf euch. Ich verrate nur soviel dazu, dass es für das Highlight in Kürze noch einen extra Artikel gibt.

#1 – Konfetti
konfettiMit den beiden Beuteln soll man die Fotos bunter machen können. Also für mich ist das eher nicht so interessant. Muss ich mir das so vorstellen, dass ich die Konfetti hochwerfe und dann ein Bild mache? Wer räumt dann hinterher die Sauerei wieder auf? Nein. Nix für mich. Wer es haben möchte, einfach eine kurze Nachricht an mich und es gehört Dir. Und schon ist es weg. Also bitte nicht mehr anfragen.

 

#2 – Photographie (ein Hochglanzmagazin)

magazin

Photographie – Ein Hochglanzmagazin für den engagierten Digitalfotografen. Ich finde dieses Magazin furchtbar. Vermutlich soll in dem Heft die Konsumfreudigkeit der Leser angeregt werden. Einmal durchgeblättert – ab ins Altpapier. Mich hat es nicht erreicht. An dieser Stelle möchte ich eine Empfehlung für das Magazin PhotoKlassik geben. Es beschäftigt sich aus heutiger Sicht mit analoger Fotografie.

 

 

 

 

#3 – FotoTV Freimonat

fototv

FotoTV bietet auf deren Website viele Videos zum Thema Fotografie an. Es werden viele Bereich abgedeckt. FotoTV ist ein Bezahldienst. In der Kwerbox war ein Freimonat enthalten. Ich darf FotoTV einen Monat voll nutzen. Nach dem Monat endet das Abo und verlängert sich auch nicht automatisch. Praktisch. So vergesse ich es nicht. Werde es mal probieren und dann hier berichten. Ich weiß noch nicht so recht was ich davon halten soll.

 

#4 – Fujifilm Superia 200

c41film

Der Fujifilm Superia 200 ist ein 135er Farbnegativfilm für das C41 Verfahren :). Ok. Nochmal für alle. Der Fujifilm Superia 200 ist ein Kleinbildfarbfilm mit einer Empfindlichkeit von ISO 200. Fujifilm ist ja einer der wenigen Hersteller der noch analogen Film in großen Mengen fertigt und diese Filme auch gut absetzen kann. Man sieht doch, dass die analoge Fotografie noch lange nicht verschwindet. Freue mich darauf den Film zu testen.

 

 

#5 – CHM 400 Universal (s/w Film von Fotoimpex)

bwfilm

Laut Fotoimpex handelt es sich um einen robusten und universell einsetzbaren ISO 400 s/w Film. Ich liebe s/w Fotografie und verwende im Kleinbildformat meist den Agfa APX 100 und bin daher sehr gespannt auf die Ergebnisse aus diesem Film. Vielleicht überlege ich mir dafür etwas besonderes.

 

 

 

Und jetzt folgen die für mich zwei absoluten Highlights dieser kwerbox.

#6 – Motivation Inspiration

motivation

In diesem Heftchen berichten 12 Redakteure oder Gastschreiber von kwerfeldein über ihre Motivation und Inspiration zur Fotografie. Es macht mir diese kwerbox sehr persönlich da ich all die Namen darin aus dem Blog kenne und viele Artikel der Autoren schon gelesen habe. An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei euch (kwerfeldein) bedanken, dass ihr mich an euren Gedanken teilhaben lasst.

 

 

 

#7 – Twin Lens Reflex Camera

tlrbausatz

Und hier ist das nächste Highlight dieser kwerbox. Es handelt sich um einen Bausatz für eine TLR Kamera. Die Kamera ist aus Plastik und in Einzelteilen geliefert. Ich finde es sehr spannend eine Kamera selber zusammen zu bauen und dabei zu verstehen wie sie funktioniert. Eigentlich sind diese Bauformen für 120er Rollfilm ausgelegt. Diese hier verwendet normalen Kleinbildfilm. Da werde ich dann wohl gleich den s/w Film aus der kwerbox verwenden. Wenn ich mich an den Zusammenbau mache werde ich diesen gut dokumentieren und hier einen Artikel darüber einstellen. Natürlich zeige ich dann auch die damit entstandenen Fotos.

 

Nun hat es heute viel zu lesen gegeben. Ich würde mich sehr darüber freuen wenn ich euch auf das Blog kwerfeldein neugierig gemacht habe. Vielleicht seid ihr ja dann bei der nächsten kwerbox auch dabei. Ich werde mir auf alle Fälle wieder eine reservieren sobald die Möglichkeit dazu besteht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues aus der Dunkelkammer – Gedanken zur Negativentwicklung

Da ich in letzter Zeit immer mehr s/w Filme im Format 135 und 120 belichte habe ich mir überlegt die Negative selbst zu entwickeln. Ich habe das Gefühl, damit dem Bild noch mehr Aufmerksamkeit zu geben und so den Prozess von der Aufnahme bis zum fertigen Bild noch mehr bei mir zu haben.

Die Firma Fotoimpex in Berlin bietet sehr vieles für die analoge Fotografie an. Dort wird man auch zu allem was für die Dunkelkammer benötigt wird fündig. Hier habe ich ein Einsteigerset zur Entwicklung von Negativen gefunden. Darin ist fast alles enthalten was zum Entwickeln der Negative nötig ist. Was fehlt sind Haushaltsgegenstände wie Schere oder Messbecher die vermutlich eh jeder zu Hause hat. Als nützliche Ergänzung sollte man sich noch einen Wechselsack besorgen um bei absoluter Dunkelheit den Film aus der Filmdose in die Spulen des Entwicklertanks einzufädeln. Ist die Spule mit dem Film im verschlossenen Entwicklertank kann der Rest der Entwicklung bei Tageslicht geschehen.

Hier ist zu sehen was alles im Startset dabei ist.

startset
Im Hintergrund sieht man den Entwicklertank. Daneben stehen die Filmspulen. In den drei Flaschen ist Entwicklerlösung, Fixierlösung und Netzmittel. Dann ist noch eine 25ml Mensur und ein Thermometer dabei. Um das Aufspulen des Films bei Tageslicht üben zu können wurde noch ein langes Stück Film beigelegt.

Hier habe ich bei Youtube von der Firma Fotoimpex noch ein Video gefunden welches das Startset vorstellt. Wenn Du neugierig geworden bist, dann schau es Dir einfach mal an.

 

Fotos aus der Konservendose

Vor etwa einem Jahr hatte mir meine Schwester von einem Workshop erzählt in dem eine Lochkamera gebaut und ein Bild damit gemacht wird. Natürlich bin ich da gleich neugierig geworden und erfuhr, dass dieser Kurzworkshop 2x im Jahr im Spielzeugmuseum der Stadt Nürnberg angeboten wird.
Bei diesem Workshop der eigentlich Kinder als Zielgruppe hat werden die Teilnehmer durch das Herstellen der Lochkamera, die Aufnahme und das Entwickeln/Vergrößern des Bildes mit viel Geduld und Erklärungen begleitet.

pinholecam

 

So sieht die Konservendosenkamera fertig aus. Der Deckel oben ist ein Bierdeckel (fränkisch: Bierfilzla) der in einer schwarzen lichtdichten Plastikfolie klebt. Die Plastikfolie ist über den Rand nach unten gezogen und wird durch einen Gummi fixiert. Somit kommt schon mal von oben kein störendes Licht in die Kamera.

 

 

 

 

 

In der Kamera wurde der Raum mit schwarzem Tonpapier verdunkelt. Nur an der Stelle wo die Dose zusammengelötet wurde ist ein kleiner Streifen frei. Hier findet sich dann auch das Loch. Es ist in der Mitte der Dose mit 0.5 mm gebohrt worden. Hier ein Blick in die Dose.

 

innen film

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem rechten Bild ist zu sehen, dass der Film schon eingelegt wurde. Hier wird direkt auf ein Stück Fotopapier belichtet. Würde ich das so bei Tageslicht machen wäre meine Aufnahme am Ende schwarz. Das Fotopapier ist lichtempfindlich und muss in der Dunkelkammer bei Rotlicht eingesetzt werden. Noch in der Dunkelkammer muss der Deckel auf die Dose kommen damit in der Dose aboslute Dunkelheit herrscht.

verschluss

 

Um die Aufnahme zu machen wird die Dose platziert. Sie muss absolut sicher und fest stehen. Bewegt sie sich bei der Aufnahme erhalten wir unscharfe Bilder. Der Verschluss ist recht einfach gehalten. Im Bild rechts ist zu sehen wie er funktioniert. Einfach das Panzertape abnehmen, belichten, Panzertape wieder drauf. Mehr ist nicht zu tun. Konstruktionsbedingt sind sehr lange Belichtungszeiten nötig.

 

 

 

 

 

Ich dachte mir, ein Selfie aus der Blechdose hätte doch mal was. Ein ganz anderer Charme als vom Handy. Das Wetter war wechselhaft. Leicht bewölkt, immer wieder mal etwas Sonne. Also entschied ich mich für 3 Minuten Belichtungszeit. Ich sags euch. 3 Minuten können eine lange Zeit sein. Ein Assistent hat den Verschluss geöffnet, die Zeit gestoppt und den Verschluss wieder geschlossen. Mit der Dose, die das belichtete Fotopapier in sich hatte bin ich dann in die Dunkelkammer.  Das Fotopapier habe ich im Entwicklerbad und im Fixierbad entwickelt. Dabei kam folgendes Bild heraus.

negativvorn

 

Sieht schon komisch aus. Oder? Die Dosenkamera nimmt das Bild als Negativ auf. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir noch alles klar. Aber ich konnte mir nicht vorstellen wie ich daraus ein Positiv bekomme. Denn die Negative die ich sonst in der Hand halte sehen etwas anders aus. Wenn man aber das Fotopapier gegen eine Lampe hält, dann sieht man auf der Rückseite, dass Licht an manchen Stellen durchscheint und an anderen nicht.

Negativ

Also könnte man ja das Negativ auf ein anderes Fotopapier legen und dieses dann damit belichten. Die Stellen die auf dem Negativ dunkel sind werden auf dem Positiv hell dargestellt. Dabei kam dann mein Positiv heraus.

Fertig

Für den ersten Versuch nicht schlecht. Ich war wirklich überrascht, dass es etwas wurde. Die Dose, das Negativ und das Bild durfte ich behalten. Der ganze Spaß hat 2,50 Euro gekostet und hat sehr viel Freude gemacht. Ich möchte diese Technik noch etwas verfeinern und mit der Dose üben. Wenn ich die Abmessungen alle habe, dann kann ich auch in etwa berechnen wie lange ich belichten muss um gute Ergebnisse zu bekommen. Diese Aufnahmetechnik ist aus den Anfängen der Fotografie bekannt. Losgelöst von der digitalen Technik machte dieser Workshop das Entstehen eines Fotos wirklich begreifbar im wörtlichen Sinn.

 

 

 

Analoger Fotowalk – Nürnberg Bahnhof Märzfeld

Es ist zwar schon eine ganze Zeit her, aber trotzdem möchte ich ein paar Bilder von einem analogen Fotowalk zum Bahnhof Märzfeld in Nürnberg zeigen. Ich habe die Bilder mit einer alten Canon AE1 aufgenommen.

Der Bahnhof Märzfeld ist ein sehr geschichtsträchtiger lost place mitten in Nürnberg Langwasser. Erreichen kann man ihn über einen versteckten Weg, da die eigentlichen Zugänge versperrt sind.