Statische IP Adresse für WLAN auf dem Raspberry Pi

Heute mal wieder ein Artikel in erster Linie für mich, damit ich die Einstellungen gesichert habe und später nachvollziehen kann was ich gemacht habe. Wenn es Dir aber auch hilft, dann teile ich mein Wissen gern mit Dir.

Der Raspberry Pi bezieht seine IP Adresse in der Standardkonfiguration über das DHCP Protokoll. Das heißt, er meldet sich beim Netzwerk an und sucht einen DHCP Server. Dieser DHCP Server gibt dann dem Raspberry Pi alle nötigen Einstellungen zur Konfiguration der Netzwerkschnittstelle um damit z.B. in das Internet zu kommen oder andere Netzdienste nutzen zu können.

So schön DHCP für mobile Geräte ist, so lästig ist es, wenn man ein Gerät im Netz hat, welches man immer erreichen möchte. Da bei DHCP die vergebene IP Adresse plötzlich eine andere sein kann und der Raspberry Pi dann nicht mehr so ohne weiteres im Netz gefunden werden kann, ist es vorteilhafter hier eine statische, also eine feste, IP Adresse einzurichten.

Wie dies für das WLAN Interface möglich ist, beschreibe ich in der folgenden Dokumentation.

Zunächst wechsle in das Verzeichnis

/etc/wpa_supplicant

dort findest Du die Datei wpa_supplicant.conf

Öffne die Datei mit dem Editor Deiner Wahl. Ich verwende für diese Arbeiten den vi und rufe ihn so auf:

sudo vi wpa_supplicant.conf

Dem Aufruf stelle ich das Kommando sudo voraus da ich für die Bearbeitung der Datei root Rechte benötige.

In der Datei muss dann folgender Eintrag stehen:

country=DE
ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1

network={
ssid=“Der Name meines WLAN Netzes“
psk=“Der WPA Key für den Zugang
}

Damit sind die Zugangsdaten für Dein WLAN schon mal konfiguriert.

Jetzt muss der Raspberry Pi noch wissen, wie er sich per WLAN verbindet. Diese Einstellungen sind in der Datei interfaces im Verzeichnis /etc/network zu finden. Die Datei interfaces musst Du nun ebenfalls mit root Rechten mit dem Editor öffnen und bearbeiten. Das sieht bei mir so aus:

cd /etc/network
sudo vi interfaces

Der folgende Eintrag wird einfach am Ende eingefügt.

auto wlan0
iface wlan0 inet static
address 192.168.1.73
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.1.1
wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

An den Stellen ‚address‘, ’netmask‘ und ‚gateway‘ musst Du einfach die für Dein WLAN relevanten Daten eingeben. Wobei ‚address‘ die statische IP für den Raspberry Pi ist und ‚gateway‘ die Adresse des Routers darstellt.

Nach einem Neustart sollte es funktionieren. Versuche Dich einfach per SSH einzuloggen. Dazu öffne auf einem anderen Computer in Deinem Netzwerk ein Terminal und geb ein:

ssh pi@192.168.1.73

Natürlich muss Du statt pi Deinen User nehmen der angemeldet werden soll und an Stelle der von mir hier gezeigten IP Adresse die IP Adresse die Dein Raspberry Pi jetzt fest hat.

Internetradio – Los geht’s …

Ist wirklich schon wieder so viel Zeit seit dem letzten Eintrag vergangen? Ich kann es immer gar nicht glauben.

In Sachen ‚Internetradio‘ komme ich langsam voran. LANGSAM! Aber immerhin 🙂
Wie schon vorher beschrieben habe ich mich für den Raspberry Pi entschieden. Der kleine Computer ist nun auch schon eine ganze Zeit hier und spielt recht gut. Um sich ein Bild von der Größe machen zu können lasse ich hier ein Bild sprechen.

Raspberry Pi

Raspberry Pi

Auf dem Bild sieht man das Board. Links darüber liegt die SD Karte mit dem Betriebssystem (Linux) und daneben der WLAN Dongle. An dem Maßstab kann man schon erahnen, dass es sich um eine sehr kompakte Lösung handelt. Auf dem Board ist im Grunde wirklich ein kompletter PC untergebracht. Die 700MHz hören sich zwar recht flott an, aber man darf natürlich nicht den Vergleich zu einem anderen Desktop PC ziehen. Der Raspberry Pi ist ein embedded system und weiß vor dem Booten des Systems noch nicht mal, dass er ein Raspberry Pi ist. Es fehlt also das BIOS. Alle BIOS Funktionen müssen darum vom gebooteten Betriebssystem abgebildet werden.

Inzwischen habe ich mir von Reichelt  ein 20×4 LCD Display besorgt und das Display mit dem GPIO Port des Raspberry Pi verschaltet. Es leuchtet und Helligkeit und Kontrast kann ich mit Potis einstellen.

Raspberry Pi Display

Raspberry Pi Display

Jetzt geht es weiter. Als Medienplayer habe ich zur Zeit die Kombination aus Music Player Daemon und darauf aufsetzend den Music Player Client (MPC) laufen. Diese Kombination erlaubt es Playlisten zu verwalten und über einfache Konsolenkommandos in der Playliste zu navigieren. In der Playliste sind die URLs der gewünschten Radiostreams im Internet abgelegt. So ganz ist es noch nicht das was ich suche. Aber ich bin auf dem richtigen Weg.

Werde in Kürze weiter berichten.

cu …
Thomas